Monats-Archiv: März 2019

Die IP-Telefone AVAYA 9608G und AVAYA 9611G sind abgekündigt. Was machen wir nun?

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Werner E.: Wir sind ein regionaler Energieversorger. An allen unseren Standorten haben wir IP-Telefone vom Typ AVAYA 9608G und 9611G im Einsatz, insgesamt über 1.650 Stück. Ich habe zufällig im Internet gesehen, daß es einen Hinweis von AVAYA zum Verkaufsende der 9600-er IP-Telefone gibt. Aus dem Dokument werde ich nicht ganz schlau. Ab wann können wir keine Ersatztelefone mehr bekommen? Was bedeutet dies für uns? Müssen wir handeln?

LT-Webteam: Vielen Dank für diese aktuelle Frage. Es ist richtig, AVAYA hat eine sogenannte „End of Sale Notice“ für die IP-Telefone AVAYA 9608G und AVAYA 9611G herausgegeben. Aktualisiert wurde der Hinweis auf das Verkaufsende der AVAYA 96×1 IP-Telefone am 14.02.2019. Sie können sich das Dokument zur Verkaufsabkündigung über den nachstehenden Link aufrufen: End of Sale Notice AVAYA 9608G und AVAYA 9611G

Aus der Bekanntmachung von AVAYA wird deutlich, daß das Verkaufsende in Stufen wirksam wird.

  • Zuerst betroffen sind die 4-er Pakete, „AVAYA IP Phone 9608G 4 PK“ und „AVAYA IP Phone 9611G 4 PK“. Diese sind nur noch solange erhältlich, wie Lagerbestände dafür vorhanden sind. Spätestes Verkaufsende ist der 10.06.2019.
  • In einem zweiten Schritt sind ab dem 11.06.2019 die „normalen“ Einstückverpackungen der AVAYA 9608G und AVAYA 9611G IP-Telefone von dem Verkaufsende betroffen. Dabei kann das reale Verfügbarkeitsdatum jedoch infolge des verfügbaren Lagerbestandes zeitlich nach vorne oder hinten abweichen. Dies betrifft auch die speziell für die France Telecom lizensierten Endgeräte.
  • In einem dritten Schritt sind die nur auf dem US-Markt speziell verfügbaren IP-Telefone „AVAYA 9608G TAA“ und „AVAYA 9611G TAA“ von dem Verkaufsende zum 09.12.2019 betroffen. Im übrigen bedeutet dabei der Zusatz TAA (Trade Agreements Act (19 U.S.C. & 2501-2581)), daß die Telefone entweder in den USA oder in entsprechenden Freihandelsländern hergestellt wurden.



Der Produktentwicklungs- und Produktlebenszyklus bei AVAYA sieht entsprechende Verkaufsbeendigungen von Produkten vor. Dies handhabt AVAYA wie jeder andere Hersteller von Telefonen, Kommunikationslösungen oder sonstigen Produkten auch.

Die Empfehlung von AVAYA ist es dabei, als Ersatzgeräte oder Telefone zur Erweiterung anstelle der abgekündigten 96-er IP-Telefone, die neuen IP-Telefone der AVAYA J-Serie (AVAYA J100 Serie) einzusetzen. Dabei empfiehlt AVAYA das J169 IP-Telefon als Ersatzgerät für das AVAYA 9608G und das J179 IP-Telefon als Ersatzgerät für das AVAYA 9611G.

Die J169 und J179 IP-Telefone sind an den Kommunikationssystemen AVAYA Aura Communication Manager und AVAYA IP Office bei Betrieb aktueller Software-Versionen einsetzbar. Bezogen auf das jeweilige Kommunikationssystem, AVAYA Aura Communication Manager oder AVAYA IP Office, sind die neuen Endgeräte sowohl als SIP-Telefone mit spezifisch erweiterten SIP-Telefoniefunktionen berteibbar oder auch als H.323 Endgeräte. SIP Standardfunktionen bieten die Endgeräte darüber hinaus an ausgewählten offenen SIP-Plattformen.

Als Betreiber einer großen Anzahl von dem Verkaufsende betroffener AVAYA IP-Telefone, sollten Sie für sich entscheiden, ob Sie vorsorglich eine kleinere Anzahl an Ersatzgeräten der abgekündigten Typen AVAYA 9608G und AVAYA 9611G erwerben und sich ins Lager legen. Diese können Sie komfortabel über unseren AVAYA-Shop beziehen: Link zum AVAYA-Shop
Wenn Sie Ihre AVAYA Kommunikationssystem AVAYA Aura Communication Manager und AVAYA IP Office mit einer aktuellen Software-Version AVAYA Aura 6.3 FP4 bzw. AVAYA IP Office 11.0 oder aktueller betreiben, können Sie für sich jedoch den Einstieg in die neue Geräteserie jedoch auch auf den Zeitpunkt des konkreten Bedarfs zeitlich nach hinten verlagern.

Sollten Sie weiterführende Fragen haben, kommen Sie bitte gerne auf uns zu. Sie erreichen uns dazu telefonisch unter +49 (30) 986 003-198 oder ganz einfach per E-Mail an avaya-blog@lipinski-telekom.de.


Welche Vorteile oder Nachteile bietet eine Umstellung des Telefonanschlusses von ISDN auf SIP?

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Jürgen R.: Ich bin Leiter des IT-Bereichs bei einem Küchenbauunternehmen. Für unsere Zentrale drängt nun unser Telefonprovider auf die Umstellung der vorhandenen ISDN Primärmultiplex-Anschlüsse und will diese auf SIP umstellen. Welche Vorteile oder Nachteile bietet eine Umstellung des Telefonanschlusses von ISDN auf SIP? Was gilt es dabei eventuell zu beachten?

LT-Webteam: Vielen Dank für diese gegenwärtig viele Unternehmen betreffende Frage. Die Umstellung von ISDN auf SIP bei den Telefonanschlüssen läßt sich mittel- oder langfristig für uns alle nicht umgehen. Insofern sollte man sich dem Thema frühzeitig stellen.

Hintergrund der Umstellung von ISDN auf SIP, von leitungsvermittelnder Anschlußtechnik auf paketvermittelnde, ist der Umstand, daß die bei den Providern in den Vermittlungsstellen eingesetzte Technik in die Jahre gekommen ist und ersetzt werden muß. In diesem Zug wurde durch die Provider das Thema der Umstellung auf SIP forciert, um diesbezüglich auf eine modernere Technologie und weltweit auch einheitlich verwendete Technologie umzustellen.
Problematisch in diesem Zusammenhang ist nun jedoch leider, daß SIP kein technologisch einheitlicher Standard, sondern „nur“ ein Verfahren zur Anschlußanbindung in das Sprachnetz ist und rein auf technischen Empfehlungen (RFC 3261) basiert. Ob ein SIP-Anschluß eines Providers und ein SIP-Produkt eines Herstellers praktisch letzten Endes auch wirklich die gewünschten Leistungsmerkmale unterstützt, ist dabei nicht einwandfrei sichergestellt. Wir haben dazu früher bereits schon einmal einen Blogbeitrag erstellt, der dies inhaltlich anreißt:

Es ist für den Anwender und Kunden der Provider aktuell nicht einfach zu erkennen, welche Vorteile sich aus einer Umstellung auf SIP ergeben. Eventuell könnte man hierbei allgemein die Versorgungssicherheit und den Schutz gegen Netzausfälle nennen, die sich aus der veralteten Technik in den Vermittlungsstellen der Provider ergeben könnten. Eventuell wären an dieser Stelle auch Kostenvorteile nennbar, sofern diese bis zum Kunden weitergegeben werden. Dies ist schwer zu überprüfen.
In der Regel ergibt sich jedoch ein rein praktischer Vorteil aus der Umstellung auf SIP. In der ISDN-Welt war es immer nötig die Anzahl der Sprachkanäle in Größenschritten von 2 oder 30 Sprachkanälen zu beauftragen. Diese Einschränkung entfällt mit SIP, wodurch eine kanalweise Einzelbeauftragung möglich ist, welches Kostenvorteile bieten kann.
Ebenso ist es mit SIP möglich, die anschlußseitige Aufnahme des SIP-Anschlusses nicht an dem Ort für den der Anschluß gedacht ist erfolgen lassen zu müssen. Mit ISDN war und ist es in der Regel immer nötig, daß der Telefonanschluß in den Anschlußraum an der jeweiligen Adresse durch den Provider durchgeschaltet wird. Ausnahmen boten/ bieten hierbei nur Spezialprodukte der Provider für sehr große Kunden mit sehr vielen Anschlüssen. Mit SIP dagegen ist es auch möglich, die Telefonanlage eines Unternehmensverbunds die SIP-Anschlüsse der Außenstellen/ Niederlassungen aus anderen Städten beispielsweise einheitlich am Standort der Zentrale verarbeiten zu lassen. Dies kann ebenfalls Vorteile bei Umzügen von Geschäftsstellen bieten. Auch Cloud-Lösungen sind mit SIP-Anschlüssen dadurch einfacher möglich.

Auf der anderen Seite muß man ganz offen aber auch die Nachteile erwähnen. Es ist davon auszugehen, daß diese auf mittlere oder längere Frist gelöst werden. Jedoch ist es aktuell so, daß salopp ausgedrückt, SIP nicht immer SIP ist. Obenstehend finden Sie hierzu bereits einige Hinweise.

Nicht jeder SIP-Provider interpretiert SIP zu jeder Zeit und an jedem Ort auf die immer gleiche Weise. Es gibt Fälle in denen der Selbe SIP-Provider in München einen gleichen SIP-Anschlußtyp in der selben Kalenderwoche technisch anders ausführt als beispielsweise in Hamburg. Aus diesen Gründen ist die Anschaltung von SIP-Anschlüssen an die jeweilige Telefonanlage nicht immer ohne weiteres und sofort fehlerfrei möglich. Dies erfordert eine sehr genaue Informationsübergabe vom und zum Provider, aber auch Übung und Erfahrung bei der Anschaltung. Schlußendlich ist es damit deutlich aufwendiger als die Anschaltung eines ISDN-Anschlusses an eine Telefonanlage.

Zusätzlich ergibt sich mit einem SIP-Anschluß immer auch die Frage, ob ein zusätzlicher Session Border Controller (SBC) eingesetzt werden soll. Dieser würde die Funktion einer Art Firewall für den SIP-Anschluß übernehmen und nur berechtigte Verbindungen zulassen, wodurch ein zusätzlicher Schutz des Kundennetzwerkes gewährleistet wird. Auch darüber haben wir bereits in früheren Blog-Beiträgen berichtet:

Die damit verbundene Frage nach der Notwendigkeit eines Session Border Controllers an Ihrem neuen SIP-Anschluß vorwegnehmend, würden wir Ihnen die zusätzliche Einbeziehung eines SBCs empfehlen.
Für kleinere ISDN-Anschlüsse von nur 2, 4 oder 8 Kanälen bieten die meisten Provider bei der Umstellung SIP-ISDN-Gateways, die den neuen SIP-Anschluß auf die bisherige ISDN-Anschlußtechnik übersetzen. In solchen Fällen ist die Einbeziehung dieser SIP-ISDN-Gateways vor allem auch aus Kostengesichtspunkten zu empfehlen, sofern die bisherige Telefonanlage mit entsprechenden digitalen Schnittstellen zur Aufnahme der ISDN-Anschlüsse ohne große Zusatzinvestitionen und Veränderungen weiter genutzt werden soll.

Sie merken, mit Ihrer Frage haben Sie ein weites Feld adressiert. Auf unserer Spezial-Webseite www.ip-statt-isdn.de finden Sie darüber hinaus auch noch eine ganze Reihe weiterer Informationen zu diesem Thema. Dabei geht es dort auch um die Berücksichtigung vorhandener Anschaltgeräte, die bei einer Umstellung von ISDN auf SIP funktional ebenfalls berücksichtigt werden müssen.

Sollten Sie weiterführende Fragen haben, kommen Sie bitte gerne auf uns zu. Wir unterstützen Sie gern bei Ihrem Umschaltprojekt auf SIP. Sie erreichen uns dazu telefonisch unter +49 (30) 986 003-198 oder ganz einfach per E-Mail an avaya-blog@lipinski-telekom.de.


Wie können wir unsere Alleinarbeiter besser absichern?

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Thomas K.: An unseren Standorten für Logistik und Fulfillment arbeiten einige Mitarbeiter schichtabhängig regelmäßig oder unregelmäßig als Alleinarbeiter. Bislang haben wir für diese zusätzlich zu unserer Telefonanlage ein älteres Mitarbeiternotrufsystem im Einsatz. Im Bedarfsfall können die Mitarbeiter darüber Hilfe holen. Das Notrufsystem soll nun altersbedingt ersetzt werden. In Zukunft möchten wir den Alleinarbeitern zudem das zusätzliche Gerät ersparen und möchten auch erreichen, daß es nicht mehr vor dem Arbeitsbeginn notwendig ist zu überlegen, ob präventive Maßnahmen für sich eventuell ergebende Alleinarbeit zu treffen sind. Da wir aktuell über ein vorliegendes Angebot für eine neue Telefonanlage vom Typ AVAYA IP Office Server Edition Select entscheiden, fragen wir uns welche Möglichkeit sich dabei eventuell zur Integration oder zur Realisierung einer Notrufmöglichkeit bieten.

LT-Webteam: Vielen Dank für Ihre Frage. Wir machen die Erfahrung, daß der Mitarbeiterschutz immer wichtiger wird. Neben dem notwendigen und rechtlich vorgeschriebenen präventiven Schutz von Alleinarbeitern ergeben sich auch wirtschaftlich sinnvolle Aspekte, dies bei einer größeren Nutzeranzahl zum Einsatz zu bringen. Betrachtet man mögliche Arbeits- oder Produktionsausfälle infolge sich ergebender konkreter Notfälle, amortisieren sich entsprechende Investitionen sehr schnell.

An das Kommunikationssystem AVAYA IP Office, auch AVAYA IP Office Server Edition und AVAYA IP Office Server Edition Select sowie auch an den AVAYA Aura Communication Manager können AVAYA-eigene oder auch DECT Systeme unterschiedlicher anderer Hersteller angebunden werden. Ein auf diese Weise angebundenes DECT-Telefon ist eine vollwertige Nebenstelle des Kommunikationssystems, wodurch die Erreichbarkeit der Mitarbeiter sichergestellt ist.
In Produktions- oder Logistikbereichen, aber auch in Industrieunternehmen empfehlen wird derzeit immer eine DECT-Lösung für die systemintegrierte mobile Erreichbarkeit. Bei einer alternativ möglichen Anbindung über WLAN oder Mobilfunk kann über große Flächen, Räume oder Hallen, die Erreichbarkeit weniger gut und stabil gewährleistet werden. Eine WLAN-Abdeckung müßte sehr engmaschig ausgeführt sein, welches einen großen Kostenfaktor darstellt. Zudem wirken sich ändernde Raumausfüllungen infolge unterschiedlich befüllter Lagerplätze oder veränderter Raumnutzung als Störfaktoren. Ebenso ist in manchen Regionen in Deutschland die Mobilfunkabdeckung bekanntermaßen leider nicht optimal oder nicht durchgehend konstant gegeben.

Allein durch den Einsatz von DECT-Telefonen ist schon einmal die Erreichbarkeit der Mitarbeiter bei ihrer Arbeit in großflächigen Objekten oder Geländen ortsunabhängig gegeben, ob als Alleinarbeiter oder im Team. Darüber läßt sich dann auch immer eine Notrufmöglichkeit realisieren.
Darüber hinaus können die DECT-Endgeräte eine fest programmierte Notruftaste oder einen Abriß-Stecker aufweisen, wodurch eine Alarmierung vereinfacht sichergestellt werden kann. Es können ebenso DECT-Geräte mit zusätzlichem Lagesensor eingesetzt werden, um die Alarmierungsfunktion auch willensunabhängig zu gewährleisten, wenn also der Mitarbeiter nicht mehr selbst in der Lage ist eine Alarmierung auszulösen.

Je nach Hersteller können auch DECT-Endgeräte verwendet werden, die im Normalbetrieb DECT als Übertragungsstandard nutzen, als zusätzliche Option darüber hinaus noch eine GSM-Anbindung als weitere Option bieten. Damit sind die Mitarbeiter auch dann abgesichert, wenn sie abwechselnd innerhalb und außerhalb des mit DECT abgedeckten Betriebsgeländes tätig sind.

Bei einer DECT-Lösung besteht zusätzlich auch die Möglichkeit einer Grobortung, so daß nach einer Alarmierung die hilfeleistenden Kräfte den Aufenthaltsort des den Alarm auslösenden Mitarbeiters auf einen Geländebereich, ein Gebäude oder eine Etage eingrenzen können. Mit zusätzlichem technischen Aufwand kann die Ortung auch deutlich feiner, bis auf einen Raum genau ermöglicht werden.

In Bezug auf DECT-Lösungen arbeiten wir mit verschiedenen Lieferanten zusammen. Entsprechende Lösungen sind immer maßgeschneidert. Daher würden wir Sie für weitere Fragen sehr gerne beraten. Sie erreichen uns dazu telefonisch unter +49 (30) 986 003-198 oder ganz einfach per E-Mail an avaya-blog@lipinski-telekom.de.