Kevin R.Unser Architekturbüro hat Büros in Berlin, Frankfurt, Hamburg, München, Zürich und New York. Wir nutzen Microsoft Office 365 und wollen unsere alten Siemens und Cisco Telefonanlagen durch Skype for Business ersetzen. Dazu hatten wir bereits auch verschiedene Beratertermine. Eigentlich war die Entscheidung schon getroffen, jedoch bekomme ich nun in der Vorplanung zur Umsetzung die Informationen, dass wir mehr als doppelt so große Bandbreiten benötigen wie ursprünglich gedacht und dass wir doch wieder eine Menge an Servern installiert bekommen sollen. Dabei wollen wir keine zusätzlichen Server vor Ort. Dies dachten wir, sei ja auch die Idee von Skype. Wir wollen eine möglichst schlanke Lösung und vor allem eine ehrliche Lösung. Stimmt das mit den Bandbreiten und den Servern?

LT-Webteam: Vielen Dank für Ihre Frage. Skype for Business von Microsoft (SfB) ist eine mit vielen Fragen verbundene Lösung. Wir sind alles andere als Experten für Microsoft Skype, aber Ihre Fragen können wir Ihnen gern beantworten.

Zu den Bandbreiten:

Microsoft Skype for Business kann mittlerweile eine umfassende Anzahl an technisch eigentlich standardisierten Audio-Kodierungen (Audio Codecs) verarbeiten, beispielsweise G.711, G.722, G.722 Stereo, RTAudio Breitband, RTAudio Schmalband, SILK-Breitband oder SILK-Schmalband. Bei all diesen Audio Codecs benötigt Skype for Business technisch real jedoch eine deutlich höhere Bandbreite als die theoretische Bitrate für den jeweiligen Audio Codec vermuten lässt. Der realistische Bandbreitenbedarf liegt häufig um den Faktor 2 oder 3, sogar bis über den Faktor 4 höher, als standardisiert und durch andere Systemhersteller jeweils benötigt.

Vereinfacht ausgedrückt ist Microsoft an dieser Stelle verschwenderisch mit der Bandbreite. Bei Einzelplatzlösungen oder kleinen Firmenlösungen mag dies nicht das große Problem darstellen. In Ihrem Fall jedoch wird es schon einen erheblichen Unterschied ausmachen, ob Sie beispielsweise eine 4 MBit/ s SDSL MPLS Leitung zur Standortvernetzung benötigen oder eine 12 MBit/ s SDSL MPLS Leitung. Dies stellt einen enormen monatlichen Preisunterschied dar, zumal Sie professionelle Breitbandverbindungen zur Vernetzung benötigen, kein einfaches ADSL oder VDSL. Insofern sollten Sie die Kosten für die erforderliche Bandbreite unbedingt auch bei der Betrachtung zur Entscheidungsfindung ob Skype for Business oder nicht einbeziehen.

Zu den Servern:

Es ist ebenfalls richtig, dass Skype for Busienss in der konkreten Umsetzung deutlich mehr Server und Hardware benötigt, als man es nach anfänglichen Informationen denken mag. Es handelt sich nicht einfach nur um Dienste und Lizenzen, die schnell auf den ohnehin vorhandenen Servern eines mit Microsoft ausgestatteten Unternehmens aktivieren werden müssen.

Selbst bei einer Cloud-Installation von Skype for Business müssen Server auf dem sogenannten Cloud Connector vor Ort installiert werden. Diese können auf einem PSTN-Gateway (Übergang ins ISDN-Netz) oder SIP-Gateway (zur Anbindung von SIP-Kanälen) oder als eigenständige Server installiert werden. Demnach ist also die Cloud-Installation von Skype for Business in jedem Fall immer eine hybride Installation mit Server-Komponenten vor Ort. Und das PSTN- oder SIP-Gateway wird in Deutschland immer benötigt, da hierzulande Microsoft entsprechende Schnittstellen in die Providernetze nicht eigenständig bereitstellen kann.

Skype for Business klingt aufs Erste häufig einfacher als es sich im konkreten Projekt herausstellt. Wir haben eine ganze Reihe weiterer Fragen zum Thema Skype in früheren Blogbeiträgen bereits schon entsprechend thematisiert:

Überlegen Sie es sich, ein neues Kommunikationssystem eines langjährig bewährten Herstellers von Telefonanlagen kann oftmals die einfacher umsetzbare, preiswertere und am Ende auch vollumfänglichere Lösung bieten. Denken Sie drüber nach.

Bei weitergehenden Fragen helfen wir Ihnen gerne. Wenden Sie sich dazu bitte telefonisch an +49 (30) 986 003-198 oder per E-Mail an avaya-blog@lipinski-telekom.de.

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