Barbara L.: Wir planen in unserem Verlagshaus die Erneuerung unserer IT-Infrastruktur. Dabei kam als natürlich wirkende Idee der Gedanke auf, daß wir anstelle einer neuen Telefonanlage auf Microsoft Skype for Business setzen sollten. Im Grunde haben wir dafür alle Entscheidungen bereits getroffen. Wir sind aktuell jedoch verunsichert, weil wir etwas überrascht festgestellt haben, daß die Microsoft Skype for Business Lösung doch nicht so preiswert ist, wie ursprünglich gedacht. Wir benötigen für die Telefonanlagenfunktion offenbar das E5 Paket und dies ist deutlich teurer als das E1 oder E3 Paket. Können Sie uns bitte kurzfristig ein Alternativangebot zur Erneuerung unserer AVAYA Integral 55 Telefonanlage unterbreiten?

LT-Webteam: Vielen Dank für Ihre Anfrage. Es freut uns natürlich, daß Sie vor dem vollzogenen Schritt zu Microsoft Skype for Business zu wechseln, doch noch einmal nach einem Angebot für ein neues AVAYA System fragen. Leider ist dies nicht in allen Fällen anderer Kunden so.
Oftmals wird der Schritt zu Microsoft Skype for Business losgelöst von der Betrachtung der damit verbundenen konkreten Auswirkungen einfach strategisch getroffen und muß dann durch die Fachabteilungen irgendwie umgesetzt werden.

Das Problem für uns als Systemhaus für vernetzte Kommunikationslösungen ist es, daß wir der – wie Sie es nannten – „natürlich wirkenden Idee“ als nächstes auf Mikrosoft Skype for Business zu setzen, für die Kunden auf den ersten Blick nicht viel entgegen zu setzen haben.
Microsoft genießt mit seinen hervorragenden und sehr weit verbreiteten Office Anwendungen bei Unternehmen ein extrem hohes Ansehen. Durch den Zukauf von Skype 2011 hat Microsoft seinen eigenen Entwicklungen vom Microsoft Office Communication Server und später Lync, Skype for Business und in Kürze Microsoft Teams einen vielleicht entscheidenden Impuls gegeben.

Die meisten Office Anwender kannten Skype als Applikation für Chat, Videokommunikation oder vielleicht auch nur für preiswertes Telefonieren ins Ausland über den Computer oder per WLAN am Smartphone. Die Software ist am Computer oder Smartphone kostenfrei, extrem leicht zu installieren und in Betrieb zu nehmen. Der Gedanke dieser Einfachheit ist mit der Integration von Skype in das Office 365 Paket für die Kunden offensichtlich mitgewandert. Und vermutlich zur Freude von Microsoft denken viele Anwender nun, daß sie mit Office 365 quasi die Telefonanlage für ihr Unternehmen einfach kostenfrei mit dazu bekommen und geradezu dumm wären, diesen Schritt nicht zu gehen.

Wie Sie es selbst bemerkt haben, ist die Kostenfreiheit jedoch nicht der Fall. Am Ende kostet Leistung, egal von wem, immer Geld. Microsoft Skype for Business bekommt man nicht kostenfrei, sondern muß für die Funktionen zur Nutzung als Telefonanlage im Einsatz mit externer Telefoniefunktion einen relevanten Zusatzbetrag je Nutzer zahlen. Hinzu kommen Kosten für zusätzliche Hardware-Komponenten im Unternehmensnetz und deren Integration, um die Lösung unternehmensweit auch nutzen zu können.

Betrachtet man die funktionale Seite bildet Microsoft Skype for Business eine eher rudimentäre Telefonanlage ab. Zahlreiche Leistungsmerkmale, die man von klassischen Telefonanlagen seit Jahren oder Jahrzehnten kennt, sind nicht vorhanden oder müssen, wenn es diese überhaupt gibt, über Entwicklungspartner von Microsoft, also über Drittfirmen, bezogen werden. Dies konterkariert natürlich den Wunsch jedes Kunden eine einfache Lösung, aus der Hand nur eines Implementierungs- und Servicepartners zu erhalten.
Wir haben über diesen Umstand in einigen früheren Beiträgen hier in unserem AVAYA-Blog bereits berichtet:

Läßt man die funktionale Limitierung von Microsoft Skype for Business einmal außen vor, gibt es eben aber auch noch die Kostenseite, die Sie bereits für sich selbst als Schwierigkeit identifiziert haben.

Microsoft bietet Skype for Business im Rahmen seiner Office 365 Strategie in Form eines Mietmodels/ Abonnementmodels an. Zur Nutzung von Skype for Business als Telefonanlage mit externer Telefoniefunktion ist das E5 Paket im Zahlungsplan von Microsoft erforderlich. Der Kostenaufschlag des E5 Paketes gegenüber dem E3 oder E1 beträgt ca. 15 beziehungsweise 28 EUR netto monatlich und je Nutzer.
Dies ist nun ein sehr einfaches Rechenmodell. Wenn Sie in Ihrem Verlag knapp 400 Mitarbeiter haben und für diese, vergleichen wir es einmal mit den Zusatzkosten zum E3 Paket, je Nutzer 15 EUR netto zusätzlich im Monat zahlen, dann sind dies 6.000 EUR netto pro Monat und da haben Sie noch nicht einmal Telefone (tauglich für Skype for Business) oder notwendige Hardware zur Integration von Skype for Business in Ihr Firmennetzwerk mit dabei.

Beim besten Willen, es ist schwer vorstellbar, daß die monatlichen Mietkosten für eine vollwertige eigeneständige Telefonanlage von AVAYA bei Ihnen auch nur annähernd in diese Dimensionen vorstoßen können. Die eigenständige Telefonanlage wird definitiv preiswerter sein, als die zu zahlenden Zusatzkosten für das E5 Paket für Microsoft Skype for Business. Und dabei bietet die eigene Telefonanlage von AVAYA auch noch viel umfangreichere Telefoniefunktionen sowie zahlreiche zusätzliche Anschalt- oder Individualisierungsmöglichkeiten.

Vielleicht noch ein Punkt abschließend, wenn Sie sich mit Microsoft Skype for Business ernsthaft beschäftigt haben, dann werden Sie dies wissen. Microsoft überführt Skype for Business zunehmend in die Cloud. 2018 wurde die letzte für eine eigenständige Installation verwendbare Serverserie neu vorgestellt. Die von Microsoft bevorzugte Bezugsvariante für Skype for Business ist über die Public Cloud. Zudem migriert Microsoft Skype for Business aktuell gerade in die ausschließlich nur noch als Cloud-Version verfügbare Kommunikationslösung Microsoft Teams, wodurch einige Telefoniefunktionen wegfallen. Microsoft Teams ist momentan eher ein auf Zusammenarbeit und Chats ausgerichtetes Medium, weniger ein vollwertiger Telefonanlagenersatz.
Wir haben dazu bereits in früheren Blogbeiträgen berichtet:

Ihrer Frage nach einem Angebot kommen wir natürlich sehr gerne nach, auch kurzfristig. Im Falle etwaiger Rückfragen erreichen Sie uns telefonisch unter +49 (30) 986 003-198 oder per E-Mail über avaya-blog@lipinski-telekom.de.

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